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Hoffnung

  • Katja
  • 13. Jan.
  • 2 Min. Lesezeit


Ich habe den Glauben an die Freude nicht verloren.

Nicht an die leisen Momente.

Nicht an das kurze Aufatmen.

Nicht an dieses warme Gefühl, wenn etwas Kleines genau zur richtigen Zeit passiert.


Aber ich habe den Glauben daran verloren,

dass mir etwas Gutes passiert.

Dass es einmal leicht wird.

Dass Glück bleibt.


Und deshalb habe ich aufgehört zu hoffen.

Oder zumindest dachte ich das.


Hoffnung hat mich müde gemacht.

Sie war oft ein Versprechen, das nicht gehalten wurde.

Ein „Vielleicht“, das sich am Ende leer angefühlt hat.

Zu oft.

Zu lange.


Also habe ich beschlossen, sie nicht mehr einzuladen.

Nicht mehr auf sie zu warten.

Nicht mehr an ihr festzuhalten.

Nicht aus Härte –

sondern aus Selbstschutz.


Und trotzdem ist sie da.

Nicht gross.

Nicht hell.

Nicht tröstend.


Eher wie etwas, das sich nicht vertreiben lässt.

Leise.

Hartnäckig.

Unbeeindruckt von all meinen Gründen, sie loszulassen.


Vielleicht ist Hoffnung gar kein Glaube an eine gute Zukunft.

Vielleicht ist sie kein Ziel.

Kein Versprechen.

Keine Richtung.

Vielleicht ist sie nur dieses eine innere „Ich gehe trotzdem weiter“.


Nicht, weil ich glaube, dass es besser wird.

Sondern weil Aufhören sich noch falscher anfühlt.


Gerade weiss ich nicht, wohin mein Weg führt.

Ich sehe keine klare Richtung.

Ich weiss nur, dass das, was ich mir wünsche,

nicht das ist, was ich erreichen kann.


Und das tut weh.

Mehr, als ich mir oft erlaube zu fühlen.


Ich bin müde.

Nicht dramatisch.

Nicht verzweifelt.

Einfach tief.


Müde vom Hoffen.

Müde vom Enttäuschtwerden.

Müde vom inneren Neu-Anfangen.


Und vielleicht ist das gerade genug Wahrheit für heute:

Dass ich nicht weiss, wie es weitergeht.

Dass ich keine grossen Hoffnungen mehr formuliere.

Dass ich trotzdem da bin.


Nicht aus Stärke.

Nicht aus Zuversicht.

Sondern aus etwas, das sich nicht ganz abschalten lässt.


Vielleicht ist genau das der Gedankenanstoss:

Dass Hoffnung nicht immer etwas ist, das wir wählen.

Manchmal ist sie einfach noch da –

selbst dann, wenn wir längst aufgehört haben, an sie zu glauben.

 
 
 

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​Hinweis: Die Gespräche sind keine Therapie und ersetzen keine medizinische oder psychologische Behandlung.

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