Gestern war klein. Und gleichzeitig riesengross.
- Katja
- 12. Mai
- 2 Min. Lesezeit
Für viele Menschen wäre es vermutlich einfach nur ein Termin gewesen.
Nichts Besonderes. Nichts, worüber man später noch lange nachdenkt.
Für mich war es etwas anderes.
Ich bin gestern alleine zu einem Termin gegangen/gefahren - und allein dieser Gedanke hat mir im Vorfeld doppelt Angst gemacht. Nicht nur dieses typische Unwohlsein oder Nervosität. Sondern diese lähmende, körperliche Angst, die Menschen mit einer Angsterkrankung kennen. Dieses Gefühl, als könnte etwas Schlimmes passieren. Als müsste man fliehen. Als würde der eigene Körper Alarm schlagen, obwohl eigentlich keine echte Gefahr da ist.
Und trotzdem bin ich gegangen.
Mit zittriger Spannung.
Mit Angst im Gepäck.
Mit diesem inneren Druck, der einen erschöpft, bevor überhaupt etwas begonnen hat.
Aber ich habe es geschafft.
Das Verrückte ist nicht einmal, dass ich Angst hatte - die war da, deutlich spürbar. Das Verrückte ist: Ich hatte nicht das Gefühl, sterben zu müssen. Und wer solche Ängste kennt, versteht vielleicht, wie gross genau dieser Unterschied ist.
Ich musste nicht kämpfen wie sonst.
Ich musste mich nicht permanent retten.
Ich durfte "einfach" durchhalten. Atmen. Da sein.
Und heute wirkt das alles noch nach.
Nicht nur die Anspannung. Sondern vor allem diese unglaubliche Erleichterung danach. Dieses vorsichtige Gefühl von:Vielleicht wird manches wirklich langsam leichter.
Als wäre da plötzlich ein kleiner Beweis entstanden, dass mein Kopf nicht immer gewinnen muss. Dass Angst laut sein darf, ohne dass sie recht hat.
Und als wäre dieser Tag nicht schon überraschend genug gewesen, hat sich während des Gesprächs noch völlig unerwartet etwas ergeben. Etwas, womit ich überhaupt nicht gerechnet hatte. Etwas Schönes. Etwas, das jetzt noch weitere Nachwirkungen haben wird in nächster Zeit - im positiven Sinn.
Manchmal passieren die wichtigsten Dinge an Tagen, vor denen man am liebsten davongelaufen wäre.
Gestern war anstrengend. Wirklich anstrengend.
Aber gestern war auch ein Tag voller kleiner Wendepunkte.
Und vielleicht klingt das für manche banal. Für mich war es mutig.
Nicht perfekt. Nicht angstfrei. Aber mutig.
Und heute bin ich einfach nur dankbar, dass ich gegangen bin.




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